Arbeitswelt 2030 – Welche Kompetenzen wirklich zählen
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Ausgabe 01_2025
Der Arbeitsmarkt befindet sich im Wandel – von der digitalen Transformation bis zu neuen Organisationsstrukturen. Berichte wie der Future of Jobs Report 2025 des World Economic Forum (WEF) und das New Work-Barometer 2024 geben Einblicke in die Entwicklungen, die für Unternehmen an Bedeutung gewinnen. Doch welche Kompetenzen sind wirklich entscheidend und wie lassen diese sich erfolgreich in Organisationen verankern?
Die gefragtesten Fähigkeiten der Zukunft
1. Technologische Kompetenz und Datenanalyse
Automatisierung, Künstliche Intelligenz (KI) und Big Data dominieren die moderne Arbeitswelt. Analytisches Denken wird dabei immer wichtiger, um große Datenmengen sinnvoll auszuwerten und fundierte Entscheidungen zu treffen. Laut New Work-Barometer 2024 setzen 62 % der Unternehmen auf datengetriebene Entscheidungsprozesse, während nur 48 % ihre Mitarbeitenden gezielt für den Umgang mit KI schulen. Unternehmen, die digitale Kompetenz fördern, sind innovativer und flexibler. Das bedeutet: Wer sich nicht mit Technologie auseinandersetzt, wird es schwer haben, mitzuhalten.
2. Kreativität, Resilienz und lebenslanges Lernen
Während technische Innovationen Prozesse automatisieren, bleibt die menschliche Fähigkeit zur Kreativität und Problemlösung unverzichtbar. Laut WEF-Report 2025 zählen Resilienz, Flexibilität und Agilität zu den drei meistgefragten Soft Skills. Unternehmen legen zunehmend Wert auf ein ganzheitliches Skillset, das Problemlösung, Kommunikation und kollaboratives Arbeiten umfasst. Gleichzeitig sehen viele Organisationen lebenslanges Lernen als entscheidenden Wettbewerbsfaktor, doch es fehlt häufig eine klare Strategie für kontinuierliches Upskilling.
3. Leadership und soziale Kompetenz
Mit zunehmender Digitalisierung wächst der Bedarf an emotionaler Intelligenz, Teamführung und dezentralem Management. 69 % der Unternehmen sehen Empowerment-orientierte Führung als Schlüsselstrategie, aber nur 37,7 % setzen diese aktiv um. Besonders hybride Teams benötigen neue Führungskonzepte, die auf Vertrauen, Kommunikation und psychologische Sicherheit setzen. Führungskräfte müssen sich verstärkt auf systemisches Denken und interdisziplinäre Zusammenarbeit fokussieren.
4. Systemisches Denken und interdisziplinäre Zusammenarbeit
Silo-Denken verhindert Innovation. Unternehmen mit hoher interdisziplinärer Zusammenarbeit sind erfolgreicher in der Produktentwicklung. Besonders gefragt sind fachübergreifende Problemlösungskompetenzen und die Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge zu verstehen. Das WEF prognostiziert, dass 39 % der heutigen Fähigkeiten bis 2030 ersetzt oder transformiert werden.
New Work als Erfolgsfaktor
Das New Work-Barometer 2024 zeigt, welche Maßnahmen Unternehmen voranbringen:
Empowerment-orientierte Führung, offene Fehlerkultur & Selbstorganisation werden als zentrale Erfolgsfaktoren für Unternehmen identifiziert.
Organisationen, die psychologisches Empowerment in Form von Selbstbestimmung, Kompetenz, Sinn und Einfluss fördern, steigern ihre Innovationskraft und Produktivität erheblich.
Arbeitsort- & Arbeitszeitautonomie sind nicht nur Wunschvorstellungen der Mitarbeitenden, sondern wirken sich auch positiv auf die Produktivität aus – 48 % der befragten Unternehmen bieten mittlerweile flexible Homeoffice-Modelle an.
Fokus auf Menschen & Unternehmenskultur führt zu nachhaltig erfolgreicher Organisationsentwicklung – Unternehmen, die aktiv in ihre Kultur investieren, haben eine um 25 % höhere Mitarbeiterbindung.
Herausforderungen für Unternehmen
1. Organisationaler Wandel trifft auf Widerstände – Veränderungsprozesse stoßen oft auf interne Hürden und kulturelle Barrieren.
2. Fachkräftemangel bleibt bestehen – Unternehmen müssen verstärkt in Weiterbildung und Talententwicklung investieren.
3. Hybride & virtuelle Teams erfordern neue Führungsansätze – Die Integration und Motivation verteilter Teams stellt besondere Anforderungen an Führungskräfte.
Fazit: Zukunftsfähig ist, wer sich weiterentwickelt
Unternehmen müssen auf lebenslanges Lernen, Anpassungsfähigkeit und Resilienz setzen. Wer systemisches Denken fördert, Talente gezielt weiterentwickelt und eine starke Unternehmenskultur etabliert, bleibt langfristig erfolgreich. New Work ist kein kurzfristiger Trend, sondern eine notwendige Antwort auf die sich wandelnde Arbeitswelt.
Quellen:
World Economic Forum (2025). Future of Jobs Report 2025. Genf: World Economic Forum. Verfügbar unter: https://www.weforum.org/reports/the-future-of-jobs-report-2025/.
Schermuly, C. et al. (2024). New Work-Barometer 2024. Heidelberg: SRH University of Applied Sciences. Verfügbar unter: https://www.srh-university.de/de/studium-new-work/new-work-barometer/.
Zum Format juTHINK
juTHINK ist unsere Antwort auf die sich ständig wandelnden Herausforderungen und Chancen im Bereich HR und Organisationsentwicklung. In jeder Ausgabe von juTHINK wählen wir ein Thema aus, das aktuell und relevant für HR-Professionals und Führungskräfte ist. Unser Fokus liegt dabei auf einer Mischung aus Leichtigkeit und Informationsgehalt – wir bringen Ihnen die neuesten Trends und Entwicklungen näher. Ob es um neue Ansätze in der Mitarbeitendenführung, um die Gestaltung flexibler Arbeitsmodelle oder um die Einführung digitaler Tools geht – juTHINK ist Ihre Quelle für frische Ideen und praktische Lösungen, die Ihnen helfen, in der neuen Arbeitswelt auf dem Laufenden zu bleiben.